»Verroht unsere Gesellschaft – im kalten Licht der Energiesparlampe?«

Bericht: Sina Weinhold / Markus Schmitz
Ein Faden, an dem alles hängt: unser Wohlbefinden, unsere gute Laune, unsere Inspiration. Es werde Licht, sagte Thomas Alva Edison im Jahre 1880, und er erfand den Wolframfaden im Vakuum, die gläserne Hülle dafür, kurzum eine kleine gläserne Skulptur für den Hausgebrauch. Sie vereinte Technik, Fortschritt, Aufklärung und schöne Form.

Volker Fischer, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt: "Es ist eine organische Form. Sie erinnert ja vom Namen her schon, auch an eine tatsächliche Birne. An die Frucht. Es ist sozusagen die Frucht des Lichtes. Um das mal so etwas erleuchtet zu sagen."
Die Glühbirne war eine Erfindung für alle, denn sie ließ sich kostengünstig produzieren und massenhaft herstellen und brachte ihr Licht in alle Haushalte der zivilisierten Welt. Höchste Zeit der Glühbirne ein Denkmal zu setzen. Dieser Meinung waren die Lichtdesigner schon immer. Lars Erik Hofstetter machte ihr Beine, damit sie überall zur Stelle sein konnte, um den Menschen Erleuchtung zu bringen. Joseph Beuys kombinierte die Glühbirne mit dem Notenständer und nannte diesen musikalischen Einfall schlicht und einfach „Lamp“. Auch die Architekten lieben die Poesie der Glühbirne.

Architekt Til Schneider: "Die Glühbirne hatte ja immer so den Vorteil, dass man mit eigentlich einem Leuchtmittel einen Raum in eine sehr spezielle Stimmung versetzen kann. Diese Reduktion auf einen Ort, auf so eine kleine Sonne innerhalb eines Raums. Mit einem kleinen Element einen Raum in eine Atmosphäre zu versetzen, die man sonst eben nur fast mit Kerzenlicht haben kann. Oder eben beim Sonnenaufgang, beim Sonnenuntergang. Ja, das wird flöten gehen. Ja." Schuld daran ist die Energiesparlampe. Sie spart Strom. Dafür enthält sie Quecksilber. Ziemlich viel, ziemlich giftiges Zeug. Die EU drückt trotzdem beide Augen zu und hat uns nun den langsamen Tod der Glühbirne angekündigt. Uns bleibt in Zukunft nur noch die Energiesparlampe mit ihrem Elektrosmog und scheußlichem Licht.

Ulrich Schneider, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt: "Das erinnert mich an schlecht eingerichtete Landgasthöfe. Wo man so das Gefühl hat, man sitzt im Innern einer Kohlroulade. Das ist mein Gefühl, wenn ich an Energiesparleuchten denke."
Die Glühbirne, dieses Symbol für die Erleuchtung und den Gedankenblitz. Bald schon soll Schluss sein mit Stimmung, Atmosphäre und warmen Farbspielen. Das kriegt die Energiesparlampe einfach nicht hin.

Volker Fischer, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt: "Durch das kalte Licht gehen bestimmte Stimmungszusammenhänge und Valenzen einfach unwiederbringlich verloren. Können Sie sich zum Beispiel eine romantische Situation vorstellen, zwischen zwei ineinander verliebte Kerle, unter einer Energiesparlampe? Da denk ich, da würde die Romantik durchaus leiden." Dabei ist die Glühbirne jetzt schon unsterblich, zum Beispiel in der Kunst.

Ulrich Schneider, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt: "Dass ein Gemälde wie Guernica von Picasso Verständnishilfe brauchen wird, wenn eben die Glühbirne nicht mehr da ist, ist ganz klar. Wir müssen dann den jungen Leuten erklären, was da von der Decke hängt. Weil die das nicht mehr kennen." Das Verbot der Glühbirne bedeutet nicht nur eine Zäsur in der Kulturgeschichte. Es ist auch eine Zäsur für die gesamte Menschheit. Werden wir aussterben, werden wir unseren Depressionen erliegen, werden wir die Welt nie wieder in so warmem Licht sehen?

Volker Fischer, Museum für Angewandte Kunst, Frankfurt: "Naja, ich nehme das wahr, sozusagen als eine Form von persönlichem emotionalen Schaden."
"Birds, Birds, Birds" heißt eine Lampe von Ingo Maurer. Solche Kunstwerke aus Licht werden uns in Zukunft nicht mehr beflügeln. Der Lichtdesigner prophezeit noch Schlimmeres: "Ich könnte mir vorstellen, dass das Wohlbefinden der Menschen sehr stark reduziert. Ganz unbewusst. Ich glaube, dass wir viel mehr Psychiater brauchen hinterher", sagt Ingo Maurer.
Wie also weiterleben, wie noch malen, wie noch lesen, wie noch lieben? Der Tod der Glühbirne ist das Ende all derjenigen menschlichen Aktivitäten, die der Rede wert sind. Das müssen wir als Kulturmagazin an dieser Stelle in aller Deutlichkeit sagen. Deshalb unser Fazit: Zur Hölle mit der Energiesparlampe, lang lebe die Glühbirne!

Schmelzende Alpen-Gletscher geben Umweltgifte frei

Zürich (dpa) - Schmelzende Gletscher in den Schweizer Alpen geben Umweltgifte frei, die über Jahrzehnte im Eis eingeschlossen waren und deren Anwendung schon längst verboten ist. Zu diesem Schluss kommen Forscher der ETH Zürich in einer Studie.«Diese Stoffe kommen nun in anderen Materialien vor, die wir untersucht haben», sagte Peter Schmid, Chemiker am Materialforschungsinstitut Empa.
Freigesetzt würden von den Gletschern etwa sogenannte POPs («Persistent Organic Pollutants»). Das sind schwer abbaubare organische Umweltgifte wie das Insektizid DDT und Dioxine, die zum Beispiel als Weichmacher oder Pestizide verwendet wurden. Messbar sei dies zum Beispiel in den Sedimentschichten des Oberaarsees, eines 2300 Meter hoch gelegenen Stausees in der Nähe des Grimselpasses. Dort wurde die Ablagerung schwer abbaubarer organischer Substanzen während der vergangenen 60 Jahre rekonstruiert, beschreiben die Forscher im Fachjournal «Environmental Science and Technology».Im Winter 2006 wurden aus dem zugefrorenen See Sedimentbohrkerne von rund einem Meter Länge und sechs Zentimetern Durchmesser gezogen.«
Wir haben einen der Bohrkerne dann in Scheiben geschnitten und gefriergetrocknet», erläuterte Schmid. Die Schichten im Bohrkern ließen sich wie Jahresringe von Bäumen lesen, Schicht für Schicht bis zurück ins Jahr 1953, als der Stausee angelegt wurde. Messbar war dadurch etwa, wie stark die eingelagerte Schadstoffmenge zurückging, als Anfang der 70er Jahre viele umweltgefährdende Stoffe verboten wurden.In den Schichten der vergangenen zehn bis fünfzehn Jahre wurden dann aber wieder zunehmende Mengen von Umweltgiften nachgewiesen. Die Menge chlorhaltiger Chemikalien war in den Ringen von Ende der 90er Jahre an teilweise sogar höher als in den 60ern und 70ern. Als Ursache vermuten die Forscher, dass der See hauptsächlich vom Oberaargletscher gespeist wird. Dessen Zunge hat sich seit 1930 um 1,6 Kilometer zurückgezogen, allein in den vergangenen zehn Jahren schrumpfte er um mehr als 120 Meter - und gab dabei die im Eis gespeicherten toxischen Substanzen frei.
Ziehen sich die Gletscher aufgrund des Klimawandels weiter zurück, werden massiv Substanzen in die Umgebung getragen, die über Jahrzehnte oder Jahrhunderte in den Eismassen ruhten, befürchten die Forscher. Darunter sind Stoffe, die seit Jahren verboten sind und die besser weiter unter Verschluss blieben. Viele POPs etwa wirken wie Hormone, sind krebserregend und stehen im Verdacht, die körperliche Entwicklung von Mensch und Tier zu beeinflussen. Oft sind die Substanzen ausgesprochen langlebig und können über die Atmosphäre über große Distanzen transportiert werden.



Zum 1. September 2009 tritt  der erste Teil des europäischen »Glühlampenverbots« in Kraft und wird dafür sorgen, dass peu á peu – zunächst alle Glühlampen mit 100 und mehr Watt vom Markt verschwinden werden. Außerdem dürfen ab September auch mattierte Birnen unterhalb der Energieeffizienzklasse A nicht mehr hergestellt und in Verkehr gebracht werden. In 2010 verschwinden dann die Glühlampen von 75 – 100 Watt und im Jahre darauf die Lampen mit 60 Watt. Bis 2012 verschwinden dann in den EU-Ländern alle herkömmlichen Glühbirnen vom Markt. Sie sollen durch Energiespar bzw. Halogen und LED Lampen ersetzt werden.
Begründet ist das europäische »Glühbirnengesetz«, das neben Verbrauchern sowohl Hersteller, Händler und Importeure betrifft, in der europäischen Richtlinie 2005/32/EG. Diese Richtlinie legt die Anforderungen an eine umweltgerechte Gestaltung energiegetriebener Produkte fest. Die wird oftmals auch bezeichnet als »Ökodesign« Richtlinie. Betroffen von der Richtlinie sind nicht nur Glühbirnen sondern eine Vielzahl von Produktkategorien wie Geräte mit Standby-Modus, Netzteile, Ladegeräte, Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger etc.
Mit der Umsetzung der Ökodesign Richtlinie in deutsches Recht ist die Bundesanstalt für Materialforschung und – prüfung (BAM) betraut. In deren Internet Portal www.ebpg.bam/de/de stehen ausführliche Informationen zum Abruf bereit.



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Das Birnendenkmal ist ein Projekt, das weder für noch gegen die Glühbirne ist. Es ist gedacht als offene Runde, offen für alle Meinungen, Anregungen und Visionen. Wir möchten mit euch diskutieren, denken, lernen, schaffen, Spaß haben und vor allem etwas bewegen.



In welche Richtung das geht? Keine Ahnung!
Wichtig ist nur, dass wir gemeinsam bestimmen wohin unsere Reise geht.


Warum mitmachen beim Birnendenkmal?

Es ist einfach
– zumindest vordergründig geht es bloß darum, der Glühbirne zum Abschied ein Denkmal zu setzen.

Jeder kann mitmachen – und entweder seine Glühbirne zum Denkmal beisteuern, oder sich mit eigenen Projekten oder anderem Engagement beteiligen.

Es kostet nichts – außer alten Glühbirnen, die sonst im Müll gelandet wären. Und wenn man möchte ein bisschen Zeit und ein paar Gedanken.

Es ist groß – beeindruckende Berge von Glühbirnen werden zusammengetragen und zahlreiche zusätzliche Projekte entstehen drumherum. Aber bei näherer Betrachtung steckt auch einiges dahinter? Umwelt, Klimaschutz, Verantwortung, Handeln, Bedürfnisse, Mut, Selbstbestimmung, Aufbruch, Befreiung, Zukunft, Vergangenheit, Erinnerungen, Nostalgie, Gesundheit, Gesellschaft, Gemeinschaft, Begeisterung, Visionen, Verwirklichung, Gestalten, Verändern, jeder kann etwas für sich darin finden.

Es verbindet – Menschen, Generationen, Schichten, Kulturen, Vergangenheit mit Zukunft, Zerbrechliches mit Konkretem, Kunst mit Klima.

Es ist nah – alle Dinge passieren quasi vor meiner Haustür: Sammelstellen im Lieblingscafe, Unterrichtsaktionen in der Schule, Artikel in der Hauszeitung. Menschen, die ich kenne machen mit, ich kann meine eigenen Ideen oder zumindest meine eigene Glühbirne beisteuern.

Es bewegt – Schluss mit Rumsitzen und Hoffen, dass alles schon irgendwie gut wird. Aufstehen, Birne benutzen und selbst was machen. Gemeinschafts-Dynamik erleben, selber inspirieren und sich begeistern lassen, Ideen wachsen und real werden sehen, Neues entstehen lassen, die eigene Macht spüren, sich stark und lebendig fühlen.

Und das alles in Offenbach? Ja, gerade Offenbach macht so ein Projekt möglich. Nichts zu verlieren, endlich was machen, Gerade wenn alles nicht so optimal läuft ist das Bedürfnis nach Aktion und Veränderung groß. Hier sind zudem fast alle Nationen ind allen Schichten vertreten – damit ist Offenbach ein perfekter Spiegel der europäischen (und internationalen) Gesellschaft. Hier zeigen sich Wünsche und Ängste unserer Zukunft. Was hier bewegt und neu entsteht ist maßgeblich für alle.

































































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